Ladenportrait

Ladenportrait: Apfelgold

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Apfelgold – vom Dessert-Sechsgänger zum Tinder fürs Quartier

Die Geschichte vom Apfelgold beginnt im Frühling 2008 – mit 10 Freunden, die bei Donat zu Hause ein sechsgängiges Dessert geniessen. Der Dessert-Sechsgänger entstand quasi aus einer Notlage – und zwar wollte Donat seinen dicken Rezeptordner nicht noch dicker werden lassen, sondern lieber mehr daraus ausprobieren. Da die Rezepte überwiegend süss waren, musste ein Gefäss her: „Schnouse am Mittwuch“ war geboren. Nach einem halben Jahr sass beim zweimal monatlich stattfindenden Anlass erstmals kein bekanntes Gesicht mehr am Tisch. Nicht viel später war der Anlass auf ein Jahr hinaus ausgebucht und gschnouset von Donats Kreationen wurde auch immer wie mehr an Hochzeiten und Festen. Das Dessert-Catering wuchs ebenso rasch und es wurde immer wie unmöglicher in der eigenen Wohnung im fünften Stock Desserts für 300 Leute zu produzieren und zu managen – inklusive Geschirrlogistik notabene. Und so entstand das heutige Apfelgold eigentlich aus der Suche nach einem Cateringproduktionslokal. Umso glücklicher waren alle „Schnouse am Mittwuch“- Fans, welche nun jede Woche von Donnerstag bis Sonntag ihre Lieblingskreationen geniessen können und seit dem Beginn im 2012 eine treue Stammkundschaft bilden.

Wenn Donat jeweils das Apfelgold öffnet, freut er sich am meisten auf die Gäste, welche im Apfelgold weit mehr als „Nur“ Gäste sind, sondern viel mehr Menschen, welche oftmals über die Jahre auch Freunde geworden sind. Auch untereinander. Donat freut sich darauf, dass sich Leute aus dem Quartier im Apfelgold treffen und sich Zeit nehmen für ein Gespräch, dass das Apfelgold zu einem Quartiertreffpunkt geworden ist. Sogar ein analoges Tinder gibt es im Apfelgold – wer auf der Suche ist, gibt ein Foto von sich ab, welches potenziell Interessierten gezeigt wird. Donat freut sich auch immer aufs Arbeiten mit guten Produkten, und noch mehr wenn sich die Gäste nachher vor der vollen Vitrine nicht für einen Kuchen entscheiden können (Anmerkung: Tatsächlich eine schöne Herausforderung bei jedem Apfelgoldbesuch). Und dann die Freude, wenn sie das erste Stück Kuchen im Mund haben und strahlen.

Was es auch in Zukunft nicht geben wird, ist ein zweites Apfelgold. Donat will kein Administrator werden, sondern viel lieber selber vor Ort sein. Bei den guten Produkten und den Menschen. Was es jedoch geben wird, ist wohl eine Apfelschorle (nebst den wunderbaren, sortenreinen Apfelsäften). Und noch mehr Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit. So gibt es bereits heute im Apfelgold keine Pappbecher mehr – entweder man bringt seinen eigenen to-go Kaffeebecher, kauft einen vor Ort, oder nimmt einen mit Depot mit und bringt ihn später einmal zurück. Gerade beschäftigt sich Donat damit, wie sich das auf die Tortenschachteln übertragen liesse. Auch soll es noch mehr Kooperationen geben. Beispielsweise wird bereits heute das Apfelgold, wenn es nicht als Café geöffnet ist, oft von anderen als Pop-Up betrieben. Darauf freut sich Donat.

Und wir sagen: Merci Donat! (Garçoa Partner seit Februar 2017)

Apfelgold, Bonstettenstrasse 2, 3012 Bern. www.schnouse.ch